Früher war Aufstehen selbstverständlich.
Heute fühlt es sich vielleicht an wie ein Berg.
Der Wecker klingelt.
Du öffnest die Augen.
Und sofort ist der Schmerz wieder da.
Die Erinnerung.
Die Leere.
Die Sehnsucht.
Vielleicht denkst du:
"Warum soll ich überhaupt aufstehen?"
Du bist nicht faul
Wenn du nach einer Trennung oder einem schweren Verlust kaum noch aus dem Bett kommst, bedeutet das nicht, dass du faul bist.
Es bedeutet nicht, dass du schwach bist.
Oft ist dein Körper und deine Seele einfach erschöpft.
Trauer kostet unglaublich viel Energie.
Mache den Tag kleiner
Vielleicht musst du heute nicht den ganzen Tag schaffen.
Vielleicht musst du nur:
- aufrecht sitzen
- ein Glas Wasser trinken
- die Vorhänge öffnen
Mehr nicht.
Kleine Schritte sind auch Schritte.
Vergleiche dich nicht
Vielleicht funktionieren andere Menschen scheinbar wieder.
Vielleicht arbeiten sie, lachen oder gehen aus.
Doch du kennst ihren inneren Kampf nicht.
Und sie kennen deinen nicht.
Dein Weg darf anders aussehen.
Eine Aufgabe für heute
Wenn du diesen Artikel liest, versuche nur drei Dinge:
- Stehe für fünf Minuten auf.
- Trinke ein Glas Wasser.
- Öffne ein Fenster und atme frische Luft ein.
Wenn du danach wieder ins Bett möchtest, ist das in Ordnung.
Wann du Hilfe suchen solltest
Wenn du über Wochen kaum noch aus dem Bett kommst, deinen Alltag nicht mehr bewältigen kannst oder das Gefühl hast, immer tiefer abzurutschen, dann sprich mit jemandem darüber.
Das kann sein:
- eine vertraute Person
- dein Hausarzt oder deine Hausärztin
- eine Therapeutin oder ein Therapeut
- eine Beratungsstelle
Du musst nicht warten, bis alles zusammenbricht.
Denke daran
Heute musst du nicht stark sein.
Heute musst du nicht funktionieren.
Heute musst du nur den nächsten kleinen Schritt gehen.
Manchmal beginnt Heilung nicht mit einem großen Neuanfang.
Sondern damit, dass du die Bettdecke zurückschlägst und deine Füße auf den Boden stellst.
Und manchmal ist genau das ein großer Erfolg.

