Vielleicht hörst du es ständig.
Von Freunden.
Von der Familie.
Von Kollegen.
Von Menschen, die es gut meinen.
"Du musst loslassen."
"Du musst nach vorne schauen."
"Du musst weitermachen."
Doch jedes Mal, wenn du das hörst, tut es noch mehr weh.
Weil du es längst versucht hast.
Und weil du es trotzdem nicht schaffst.
Wenn Loslassen so einfach wäre
Die meisten Menschen würden sofort loslassen.
Niemand entscheidet sich freiwillig für Schmerz.
Niemand möchte nachts wach liegen.
Niemand möchte leiden.
Wenn du nicht loslassen kannst, dann nicht, weil du es nicht willst.
Sondern weil dein Herz noch nicht so weit ist.
Was viele nicht verstehen
Loslassen ist keine Entscheidung.
Loslassen ist ein Prozess.
Ein Prozess aus:
- Trauer
- Enttäuschung
- Akzeptanz
- Abschied
- Heilung
Und dieser Prozess braucht Zeit.
Vielleicht hältst du nicht nur an der Person fest
Vielleicht hältst du fest an:
- einer Hoffnung
- einer gemeinsamen Zukunft
- einem Traum
- dem Wunsch, dass alles wieder gut wird
Manchmal ist es nicht die Person, die wir nicht loslassen können.
Sondern das Leben, das wir uns mit dieser Person vorgestellt haben.
Eine kleine Aufgabe für heute
Anstatt dich zu fragen:
"Warum kann ich nicht loslassen?"
frage dich:
"Woran halte ich eigentlich fest?"
Schreibe alles auf, was dir in den Sinn kommt.
Oft entstehen dadurch wichtige Erkenntnisse.
Wann du Hilfe suchen solltest
Wenn du über lange Zeit das Gefühl hast, festzustecken, dein Alltag immer stärker leidet oder du alleine keinen Weg aus der Trauer findest, dann suche Unterstützung.
Das kann sein:
- eine vertraute Person
- eine Beratungsstelle
- dein Hausarzt oder deine Hausärztin
- eine Therapeutin oder ein Therapeut
Hilfe anzunehmen bedeutet nicht, dass du versagt hast.
Es bedeutet, dass du dir selbst wichtig bist.
Denke daran
Du musst heute nicht loslassen.
Du musst nicht morgen loslassen.
Du musst nicht einmal wissen, wie Loslassen funktioniert.
Vielleicht reicht es für heute, einfach weiterzuatmen.
Weiterzugehen.
Und freundlich mit dir selbst zu sein.
Eines Tages wirst du zurückblicken und erkennen:
Du hast losgelassen.
Nicht an einem bestimmten Tag.
Nicht in einem bestimmten Moment.
Sondern Schritt für Schritt.
Und genau so darf Heilung aussehen.

