Nach einer Trennung suchen viele Menschen nach etwas, das den Schmerz für einen Moment leiser macht.
Für manche wird Alkohol zu diesem Trost.
Ein Glas am Abend.
Dann vielleicht zwei.
Dann immer häufiger.
Nicht, um zu feiern.
Sondern um nicht zu fühlen.
Du bist nicht der einzige Mensch, dem das passiert
Wenn das Herz schmerzt, wünschen wir uns Erleichterung.
Etwas, das die Gedanken stoppt.
Etwas, das die Sehnsucht betäubt.
Etwas, das für ein paar Stunden Ruhe bringt.
Deshalb greifen viele Menschen in schwierigen Zeiten häufiger zu Alkohol.
Das Problem
Alkohol kann Gefühle kurzfristig betäuben.
Aber er heilt sie nicht.
Oft passiert sogar das Gegenteil.
Am nächsten Morgen sind:
- die Gedanken wieder da
- die Sehnsucht wieder da
- die Traurigkeit wieder da
Und zusätzlich kommen häufig:
- Schuldgefühle
- Erschöpfung
- schlechter Schlaf
- mehr Hoffnungslosigkeit
hinzu.
Eine ehrliche Frage
Trinkst du gerade, um zu genießen?
Oder trinkst du, um etwas nicht fühlen zu müssen?
Diese Frage ist nicht dazu da, dich zu verurteilen.
Sondern um ehrlich mit dir selbst zu sein.
Eine kleine Aufgabe für heute
Wenn du heute trinken möchtest, versuche zuerst etwas anderes.
Zum Beispiel:
- einen Spaziergang
- Musik hören
- jemanden anrufen
- einen Artikel in Herzkompass lesen
- deine Gedanken aufschreiben
Nicht weil diese Dinge den Schmerz sofort verschwinden lassen.
Sondern weil sie ihn nicht noch größer machen.
Wann du Hilfe suchen solltest
Wenn du merkst, dass Alkohol immer häufiger dein Trost wird oder du ohne Alkohol kaum noch zur Ruhe kommst, dann sprich mit jemandem darüber.
Du musst dich dafür nicht schämen.
Unterstützung findest du zum Beispiel bei:
- einer vertrauten Person
- deinem Hausarzt oder deiner Hausärztin
- einer Beratungsstelle
- einer Therapeutin oder einem Therapeuten
Früh Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke.
Denke daran
Du versuchst gerade nicht, schwach zu sein.
Du versuchst, mit Schmerz umzugehen.
Doch dein Herz braucht Heilung.
Keine Betäubung.
Der Weg ist nicht leicht.
Aber du musst ihn nicht alleine gehen.
Und du musst ihn nicht mit Alkohol bewältigen.
Es gibt Menschen, die dir helfen können.
Und es gibt Wege, die wirklich zur Heilung führen.

