Wenn du gerade 0% funktionierst - Teil 2: Ich verliere mich selbst nach der Trennung

Geschrieben am 15.06.2026
von Herlinde Ciurlia


Vielleicht erkennst du dich selbst nicht mehr wieder.

Früher hattest du Interessen.

Träume.

Pläne.

Dinge, die dir Freude gemacht haben.

Heute fühlt es sich vielleicht an, als wäre all das verschwunden.

Vielleicht denkst du:

"Wer bin ich überhaupt noch?"

Du bist nicht verloren

Nach einer Trennung verlieren wir oft nicht nur einen Menschen.

Wir verlieren Gewohnheiten.

Gemeinsame Zukunftspläne.

Einen Teil unseres Alltags.

Und manchmal verlieren wir vorübergehend auch die Verbindung zu uns selbst.

Das kann sich beängstigend anfühlen.

Doch es bedeutet nicht, dass du verschwunden bist.

Warum fühlt sich das so an?

Wenn eine Beziehung über lange Zeit ein wichtiger Mittelpunkt unseres Lebens war, entsteht nach ihrem Ende eine Lücke.

Viele Menschen beschreiben es so:

  • Ich weiß nicht mehr, was ich mag.
  • Ich weiß nicht mehr, was ich möchte.
  • Ich fühle mich leer.
  • Ich erkenne mich selbst nicht wieder.

Diese Gefühle sind häufiger, als du denkst.

Du musst dich nicht sofort wiederfinden

Vielleicht setzt du dich unter Druck.

Vielleicht möchtest du wieder die Person sein, die du früher warst.

Doch Heilung braucht Zeit.

Du musst nicht heute wissen, wer du in Zukunft sein wirst.

Eine kleine Aufgabe

Frage dich heute:

Was hat mir früher Freude gemacht?

Vielleicht:

  • Musik
  • Lesen
  • Spaziergänge
  • Sport
  • Kreativität
  • Zeit mit Freunden

Wähle eine kleine Sache aus.

Nur eine.

Und versuche, ihr heute fünf Minuten zu schenken.

Wann du Hilfe suchen solltest

Wenn du über längere Zeit das Gefühl hast, völlig die Orientierung verloren zu haben, deinen Alltag kaum noch bewältigst oder immer tiefer in Hoffnungslosigkeit versinkst, dann sprich mit jemandem darüber.

Das kann sein:

  • eine vertraute Person
  • eine Beratungsstelle
  • dein Hausarzt oder deine Hausärztin
  • eine Therapeutin oder ein Therapeut

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen.

Denke daran

Du hast dich nicht verloren.

Du bist gerade verletzt.

Und Verletzungen brauchen Zeit, um zu heilen.

Unter dem Schmerz bist du immer noch da.

Vielleicht erschöpft.

Vielleicht traurig.

Vielleicht verunsichert.

Aber du bist noch da.

Und Schritt für Schritt wirst du den Weg zurück zu dir selbst wiederfinden.

Nicht auf einmal.

Sondern Tag für Tag.